Literarische Insidergrüße an die Jahrgangsstufe 2

Liebe J2,

anlässlich des Deutschabiturs möchten wir euch ein kleines literarisches Schmankerl mit auf den Weg geben, das aus eurer Feder stammt. Eine Corona-Meisterleistung! Wetten, so habt ihr Anselmus, den Protagonisten aus der Abilektüre „Der goldne Topf“ von E. T. A. Hoffmann noch nicht gekannt?

Anselmus 2020 – „Der goldne Topf“ von E. T. A. Hoffmann modernisiert

Wäre Anselmus ein Student heutiger Zeit, wäre er anfangs ein BWL-Student, der eher Hemd und Pulli im buisness casual style trägt. Seine Sachen wären manchmal etwas beschädigt oder mit Flecken versehen, woran man seine Tollpatschigkeit erkennt. Seine Kameraden würden ihn mit Schmunzeln betrachten, aber dennoch respektieren aufgrund seiner guten Ideen. Trotz seiner Tollpatschigkeit und seiner Verpeiltheit wird er eher als attraktiv wahrgenommen wegen seines Charmes und seiner lieben Art. Er würde in seinem Studiengang die hübsche Tochter eines Firmengründers kennenlernen und kurz davor stehen, mit ihr zusammenzukommen. Ihr Vater wäre ihm auch gut gesinnt und er hätte gute Aussichten auf eine gute Position in der Firma, sobald er sein Studium beendet. Doch eines Tages trifft er eine sehr schrill gekleidete junge Frau, die auf der anderen Straßenseite zu Indie-Musik tanzt. Es ist für ihn Liebe auf den ersten Blick und er ist so von ihr angetan, dass er fast vor ein Auto läuft. Ein älterer Freund zieht ihn noch rechtzeitig weg und seine Freunde ziehen ihn noch Wochen lang damit auf. Er kriegt sie nicht mehr aus dem Kopf. Ich kürze es ab: Er trifft sie wieder und sie lernen sich kennen. Und die andere will ihn durch Geschenke für sich gewinnen und erfüllt ihm einen Traum (Bsp: Reise nach xy). Er verwechselt die Dankbarkeit und den Materialismus anfangs mit Liebe, doch findet zu der anderen wieder zurück. Er entdeckt sein künstlerisches Talent durch Abende mit ihr in dem Atelier ihres Vaters. Er beginnt zu malen und bricht sein Studium ab. Er freundet sich ihren Freunden, eine Gruppe aus Mate trinkenden Hipstern mit Individualismuskomplex, an. Er verändert sich komplett und jetzt beginnt die Zeit der schwarzen Rollkragenpullis. Er gehört nun zu den Leuten, die sich über alles lustig machen, was zur Popkultur und zum Mainstream gehört. Er lebt mit seinem neuen Umfeld in einer Blase voller gezwungenem Individualismus. Diese Geschichte klingt, als hätte sie ein verträumtes, 14-Jähriges, pubertierendes, von egozentrischen Künstlern schwärmendes Mädchen auf Wattpad mit vielen Rechtschreib- und Grammatikfehlern geschrieben. Meiner Meinung wäre sein Atlantis eher eine neue Einstellung und ein neues Umfeld, da das Internet nur eine Flucht in seiner Freizeit wäre. Und in der Lektüre zieht er ja ganz nach Atlantis und gibt das Bürgertum und sein altes Leben auf. (Patricia Popp, J2b)

 Alles Gute fürs Deutschabitur. Wir drücken fest die Daumen!

Eure Deutschfachschaft

Grafik: für diesen Anlass gestiftet von Jessica Wald

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